Neues örtliches Entwicklungskonzept für die Marktgemeinde Kötschach-Mauthen
Das örtliche Entwicklungskonzept (ÖEK) stellt das zentrale Planungsinstrument der Gemeinde dar, ist gemäß Kärntner Raumordnungsgesetz (K-ROG 2021) auf einen Planungshorizont von zehn Jahren ausgerichtet und definiert die langfristigen räumlichen Entwicklungsziele der Gemeinde. Es bildet die verbindliche Grundlage für alle nachfolgenden Planungsinstrumente (Flächenwidmung, Bebauungsplan) und unterstützt eine kohärente, nachhaltige und zukunftsorientierte Entwicklung.
Das örtliche Entwicklungskonzept der Marktgemeinde Kötschach-Mauthen aus dem Jahr 2014 wurde in mehreren Schritten im Laufe der letzten 2 Jahre unter Einbezug der Bürgerinnen und Bürger durch das Raumplanungsbüro RAUM|SCHMIEDE aus Lienz überarbeitet und neu formuliert.
Die RAUM|SCHMIEDE ist ein interdisziplinäres Planungsbüro, das sich mit Raum- und Landschaftsplanung, Architektur und Tourismusentwicklung beschäftigt. Das Ziel ist es, Projekte in der Gestaltung von Lebensräumen zu unterstützen - von der strategischen Planung bis hin zur Umsetzung. Ein besonderes Konzept der Raumschmiede ist die “Pop-Up Raumschmiede” - ein mobiles Büro, das temporär in Gemeinden aufgestellt wird. Dadurch können Bürgerinnen und Bürger direkt in den Planungsprozess eingebunden werden, was den Austausch fördert und Ideenentwicklung vor Ort ermöglicht.
Genau dieses Konzept wurde auch bei der Überarbeitung des Örtlichen Entwicklungskonzeptes unserer Gemeinde miteinbezogen. So konnten sich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger in den für unsere Gemeinde so wichtigen Planungsprozess einbringen.
Nach diesem zweijährigen, umfassenden Beteiligungs- und Planungsprozess hat der Gemeinderat am 24. März 2026 das Örtliche Entwicklungskonzept beschlossen.
Damit konnte der umfassende Prozess zur Erstellung des Örtlichen Entwicklungskonzepts 2025 (ÖEK 2025) erfolgreich abgeschlossen werden.
Den Ausgangspunkt bildete eine Auftaktveranstaltung im April 2024, mit der ein strukturierter und mehrstufiger Planungsprozess eingeleitet wurde.
Zur fachlichen Steuerung wurde eine eigene Steuerungsgruppe eingerichtet. In diesem Rahmen wurden zentrale Themenschwerpunkte wie Energieraumplanung, Baulandmobilisierung und Leerstandsaktivierung sowie interkommunale Zusammenarbeit vertiefend behandelt und konzeptionell ausgearbeitet. Ergänzend fanden mehrere Abstimmungssitzungen mit Gemeindevertretern statt. Die kontinuierliche fachliche Abstimmung mit dem Land Kärnten stellte dabei sicher, dass eine konsistente Qualität in fachlicher, rechtlicher und raumordnerischer Hinsicht gewährleistet werden konnte.
Ein wesentlicher Bestandteil des gesamten Prozesses war die aktive und systematische Einbindung der Bevölkerung. Hierfür wurden unterschiedliche Informations- und Beteiligungsformate umgesetzt: öffentliche Informationsveranstaltungen in Form von „Pop-Up-Formaten“, digitale Beteiligungsmöglichkeiten, laufende Informationen über die Gemeindehomepage sowie eine öffentlich zugängliche Informationssäule. Diese Maßnahmen dienten der transparenten Darstellung der Planungsziele, der Förderung eines offenen Diskurses und der frühzeitigen Integration lokaler Anliegen und Perspektiven.
Der Entwurf des Örtlichen Entwicklungskonzepts wurde gemäß den gesetzlichen Vorgaben kundgemacht und im Zeitraum vom 24. November bis einschließlich 22. Dezember 2025 öffentlich aufgelegt. Innerhalb dieser Frist langten mehrere schriftliche Stellungnahmen ein, die im weiteren Verfahren sorgfältig geprüft und im Gemeinderat behandelt wurden.
Die abschließende fachliche Stellungnahme des Amtes der Kärntner Landesregierung bestätigte, dass aus raumordnungsfachlicher Sicht keine Einwände gegen den Verordnungsentwurf bestehen. In der Folge wurde das Örtliche Entwicklungskonzept 2025 durch den Gemeinderat in seiner Sitzung am 24. März 2026 beschlossen.
Ein herzlicher Dank gilt der gesamten Bevölkerung für die eingebrachten Ideen, die konstruktiven Diskussionen sowie allen Beteiligten, die aktiv an der Erarbeitung des Konzeptes mitgewirkt haben.
Die Verordnung und das Örtliche Entwicklungskonzept 2025 liegen zur allgemeinen Einsichtnahme in der Bauabteilung der Marktgemeinde Kötschach-Mauthen für alle Interessierten auf. Weiters ist dieses auf der Homepage der Marktgemeinde Kötschach-Mauthen unter der Amtstafel / Verordnungen, abrufbar.
https://www.koetschach-mauthen.gv.at/amtstafel/verordnungen
Nachstehend finden Sie die Chronologie des oben beschriebenen Planungsprozesses mit Bürgerbeteiligung
Am 1. Februar 2024 trafen sich Bgm. Mag. (FH) Josef Zoppoth und sein Team, rund um Amtsleiter Jürgen Themessl und Bauamtsleiterin Martina Mascher, um zusammen mit dem Planungsbüro RAUM|SCHMIEDE die Ortssteile von Kötschach-Mauthen zu besichtigen und Problemfehler vor Ort zu diskutieren.
Am 4. April 2024 wurde eine Auftaktveranstaltung beim Gasthof Erlenhof in Mauthen durchgeführt, bei der die Bevölkerung über Ziele, Chancen und den Prozessablauf des örtlichen Enwicklungskonzeptes informiert wurde. Ein erstes Stimmungsbild zur Entwicklung der Marktgemeinde Kötschach-Mauthen hat die Live-Umfrage am Ende der Veranstaltung ergeben. Die nachfolgenden Grafiken veranschaulichen deutlich, was seitens der Bevölkerung gewünscht wird.
Für den Erarbeitungsprozess des ÖEK wurde eine eigene Steuerungsgruppe zusammengestellt, die stellvertretend für die Anliegen der Bevölkerung eintritt und sich aus Bürger:innen und Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft, Tourismus, Kultur, Land- und Forstwirtschaft, Soziales, Bildung, Mobilität, etc. zusammengesetzt.
Das 1. Steuerungsgruppentreffen fand am 18. Juni 2024 statt. Nach der Begrüßung wurde mit einer kurzen Vorstellungsrunde begonnen. Im Anschluss daran wurden die Ergebnisse der Pop-Up Büros der Schüler (VS und MMS) von der RAUM|SCHMIEDE kurz präsentiert. Weiters wurde im Zuge dieses Treffens der Ist-Zustand und die Zukunft der Marktgemeinde Kötschach-Mauthen durch Selbstreflexion Steuerungsgruppe, Bestandsaufnahme und Entwicklungstrends erarbeitet.
Einbindung der jungen Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger
Schülerinnen und Schüler der Volksschule und der Musikmittelschule Kötschach-Mauthen wurden ebenfalls in den aktuellen Prozess eingebunden. Am 18. Juni 2024 wurden Workshops durchgeführt, bei denen die Kinder und Jugendliche ihre Ideen zu Mobilität und Leerstand einbringen konnten. Die vielseitigen Ideen der Schülerinnen und Schüler wurden in Form von Ausstellungen gezeigt.
Beim zweiten Treffen der Steuerungsgruppe für das Örtliche Entwicklungskonzept (ÖEK) Kötschach-Mauthen am 22. Juli 2024 standen weitere wichtige Planungsthemen im Mittelpunkt. Gemeinsam wurden die Siedlungsschwerpunkte und Freihaltebereiche im ÖEK erarbeitet. Basis dafür war eine umfassende Bestandsanalyse, die aktuelle Zahlen und Fakten zur Siedlungsentwicklung, zur Gewerbestruktur (Erwerbstätige, Pendlerinnen und Pendler etc.) sowie eine neu berechnete Baufläche lieferte.
Pop-Up- Büro zum Thema Leerstand und Leerstanderhebung
Am 8. August 2024 wurde im ehemaligen NKD-Geschäft ein Pop-Up-Büro zum Thema Leerstand eingerichtet. Dieses diente der Bevölkerung als Plattform, um Vorschläge und Anregungen zu äußern sowie Leerstand zu melden. Anschließend begann die Marktgemeinde Kötschach-Mauthen mit einer umfassenden Leerstandserhebung. Diese Erhebung umfasst nicht nur leerstehende Gebäude, sondern berücksichtigt auch die Anzahl der aktuell gemeldeten Zweitwohnsitze. Diese gesammelten Daten und Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage für zukünftige Planungen und Maßnahmen zur Ortsentwicklung.
Filmabend „Stadt, Land, Boden“ - Verein LandLuft
Am 8. August 2024 lud die Gemeinde Kötschach-Mauthen zum gemeinsamen Filmabend „Stadt Land Boden“ in die Thurner Säge. Im Anschluss an die filmische Reise quer durch Österreich zu Gemeinden die mit gutem Beispiel zur nachhaltigen Ortsentwicklung vorangehen folgte eine Podiumsdiskussion. Anna Dabernig moderierte für LandLuft und ging gemeinsam mit Georg Zankl (Vizebürgermeister Kötschach-Mauthen), Elisabeth Hainzer (RAUM|SCHMIEDE), Stefan Brandstätter (Bürgermeister Oberdrauburg), Elisabeth und Robert Schabus (Regisseur) der Frage nach, wie eine Ortskernstärkung gelingen kann und was die Herausforderungen in Kötschach-Mauthen sind die auch für das neue OEK relevant sein werden.
Pop-Up Büro im Zuge der Eröffnung der Karnischen Werkstätten
Mit unserem mobilen Büro durften wir die Eröffnung der Karnischen Werkstätten am 20. September 2024 begleiten. Vor Ort haben wir aktiv die Gelegenheit genutzt, Wünsche und Anregungen der Bevölkerung aufzunehmen und so einen direkten Austausch zu ermöglichen. Die Anliegen der Menschen sind in die weitere Planung miteingeflossen.
Europäische Mobilitätswoche
Auch die Marktgemeinde Kötschach-Mauthen nahm an der Europäischen Mobilitätswoche teil. Unter dem Motto #RaumFairteilen wurden zahlreiche Ideen zur Verbesserung des öffentlichen Raums eingebracht. In Zusammenarbeit mit der RAUM|SCHMIEDE, dem Ingenieurbüro DI. Arnold Bodner, dem Verein energie:autark und komobile standen an diesem Tag Expert:innen zur Verfügung, um auf Fragen der Bürger:innen bestmöglich einzugehen. Die temporäre Sperrung der Durchzugsstraße, welche von den Kindern unmittelbar als Spielstraße genutzt wurde, demonstrierte das Potenzial, welches dieser Raum in sich birgt.
Das dritte Treffen der Steuerungsgruppe am 14. Oktober 2024 widmete sich der Baulandmobilisierung und Leerstandsaktivierung. Aktuell sind 20,79% des gewidmeten Baulands unbebaut, obwohl diese Flächen eigentlich potenziellen Baubewerberinnen und Baubewerbern zur Verfügung stehen sollten. Gemeinsam wurde eine Strategie erarbeitet, um Bauland gezielt zu mobilisieren und nutzbar zu machen. Ziel ist es, bislang ungenutzte, aber für die Bebauung geeignete und gewidmete Flächen innerhalb der bestehenden Siedlungsränder zu aktivieren.
Im Bereich der Baulandmobilisierung wurde beschlossen, dass bei Neuwidmungen die Erschließungskosten bereits im Umwidmungsverfahren vorzeitig erhoben werden. Zudem sollen alle als Bauland gewidmeten Flächen, die seit über 20 Jahren ungenutzt sind, überprüft und entweder rückgewidmet werden oder für eine gezielte Aktivierung vorgesehen werden. Für die Leerstandsaktivierung wurde festgelegt, dass eine Wohnbedarfsmeldung als Postwurf an die Bürgerinnen und Bürger versendet wird, um den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln. Die systematische Leerstandserfassung wird fortgeführt und um weitere Attribute, wie das Wohnverhältnis der Eigentümer, ergänzt. Um die Erhebung weiter zu optimieren, sind zudem Einzelgespräche mit ortskundigen Personen geplant. Mit diesen Maßnahmen soll langfristig eine nachhaltige Siedlungsentwicklung sichergestellt und der bestehende Raum effizient genutzt werden.
Umfrage zur Bürgerbeteiligung
Im Zeitraum vom 8. August bis 31. Oktober 2024 hatten die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, an einer Umfrage zum örtlichen Entwicklungskonzept (ÖEK) teilzunehmen. Im Fokus stand auch hier die räumliche Weiterentwicklung der Marktgemeinde.
Ein herzliches Dankeschön ergeht an alle, die sich beteiligt haben! Die Ergebnisse der Umfrage sind nun unter folgendem Link einsehbar: https://arcg.is/1DWKrr0
Am 25. November 2024 trafen sich die Mitglieder der Steuerungsgruppe der Gemeinden Lesachtal, Kötschach-Mauthen und Hermagor-Pressegger See in den Karnischen Werkstätten. Im Rahmen der Erstellung der örtlichen Entwicklungskonzepte der drei Gemeinden wurde das interkommunale Treffen dazu genutzt, innovative Ideen über die Gemeindegrenzen hinweg zu entwickeln.
Gemeinsam wurden vier konkrete Projektideen entwickelt, die auf dem bereits abgeschlossenem IREP-Prozess und der umfassenden Bürgerbeteiligung aufbauen. Beispiele sind die Gründung einer Radwegerhaltungsgemeinschaft oder die Sicherung der beiden Landeskrankenhäuser im Bezirk durch eine entsprechende Spezialisierung auf Fachgebiete. Synergien sollen genutzt und die interkommunale Zusammenarbeit weiter gestärkt werden.
Das fünfte Treffen der Steuerungsgruppe am 21. Mai 2025 stand im Zeichen der Energieraumplanung sowie der strategischen Ausrichtung der Gemeinde in Richtung Energie- und Klimafitness. Im Mittelpunkt der Sitzung standen eine umfassende Bestands- und Potenzialanalyse in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität sowie die gemeinsame Entwicklung einer abgestimmten Gesamtstrategie. Ziel war es, eine von allen Beteiligten getragene Vision zu erarbeiten und konkrete Maßnahmen für eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung im neuen Örtlichen Entwicklungskonzept (ÖEK) zu verankern.
Besonderes Augenmerk lag auf der Nutzung erneuerbarer Energien, dem Ausbau von Photovoltaikpotenzialen, der Weiterentwicklung der Wärmeinfrastruktur sowie der Verbesserung der Erreichbarkeit durch den öffentlichen Verkehr. Die Ergebnisse wurden gemeinsam priorisiert, um eine fundierte Grundlage für die Integration in das ÖEK zu schaffen. Mit diesen Schritten wird der Weg für eine langfristig nachhaltige, energieeffiziente und klimafitte Gemeindeentwicklung konsequent weiterverfolgt.
Die bisherigen Ergebnisse wurden beim Planertisch am 4. September 2025 in Klagenfurt den Fachabteilungen des Amtes der Kärntner Landesregierung sowie der Wildbach- und Lawinenverbauung präsentiert. Im Zuge dieses Abstimmungstermins wurden konkrete Anliegen und Interessen von Grundstückseigentümer:innen behandelt und einer fachlichen Bewertung unterzogen.
Im Rahmen des sechsten Treffens der Steuerungsgruppe am 1. Oktober 2025 wurden die zentralen Inhalte des neuen Örtlichen Entwicklungskonzepts für die Marktgemeinde Kötschach-Mauthen vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Der Fokus lag auf dem strukturellen Aufbau sowie auf wesentlichen Bestandteilen wie der Verordnung, der funktionalen Gliederung, den definierten Siedlungsschwerpunkten, der Baulandbilanz sowie dem Ziele- und Maßnahmenkatalog.
Weiters wurden die Anpassungen und Empfehlungen des Planertisches vom 4. September 2025 erläutert und gemeinsam reflektiert.
Die Workshopergebnisse bilden eine wesentliche Grundlage für die Finalisierung und Erstellung des Entwurfs des Örtlichen Entwicklungskonzepts und gewährleisten eine fachlich fundierte sowie breit abgestimmte Weiterentwicklung.
Der Entwurf des Örtlichen Entwicklungskonzepts wurde in Entsprechung der gesetzlichen Vorgaben kundgemacht und im Zeitraum vom 24. November bis einschließlich 22. Dezember 2025 öffentlich aufgelegt. Innerhalb dieser Frist langten mehrere schriftliche Stellungnahmen ein, die im weiteren Verfahren sorgfältig geprüft und im Gemeinderat behandelt wurden.
Die abschließende fachliche Stellungnahme des Amtes der Kärntner Landesregierung bestätigte, dass aus raumordnungsfachlicher Sicht keine Einwände gegen den Verordnungsentwurf bestehen. In der Folge wurde das Örtliche Entwicklungskonzept 2025 durch den Gemeinderat in seiner Sitzung am 24. März 2026 beschlossen.
Ein herzlicher Dank gilt der gesamten Bevölkerung für die eingebrachten Ideen, die konstruktiven Diskussionen sowie allen Beteiligten, die aktiv an der Erarbeitung des Konzeptes mitgewirkt haben.